BORMUTH - Metallkultur
Denkmalpflege
Für Denkmäler, Bauplastik und Architekturelemente aus Metall, sowie Objekte und Denkmäler der Industrie und Technik

> Befunde (Bestands- und Zustandserfassungen)
> Konzepte (Restaurierung, Rekonstruktion, Konservierung)
> Maßnahmen (Restaurierung, Rekonstruktion, Konservierung, Dokumentation)
> Projektmanagement: Erstellung von Ausschreibungsunterlagen, Fachbauleitung
Residenzschloss Darmstadt, Glockenbau,
Restauratorische Voruntersuchungen, Dokumentationen, Restaurierung und Rekonstruktion von Metallarbeiten, ab 2010

Das Residenzschloss Darmstadt wird seit einigen Jahren einer Gesamtsanierung unterzogen. Ein bedeutender Aspekt im Zuge dieser Maßnahmen ist die baugeschichtliche Aufarbeitung und Einordnung des überkommenen Bestandes. Das Schloss wurde in der Brandnacht 1944 weitgehend zerstört. Es galt zunächst zu bestimmen, welche Bestandteile der Metallkonstruktionen zum "bauzeitlichen" Bestand gehören, bzw. welche in der Zeit des Wiederaufbaus nach 1945 entstanden sind. Der Bestand wurde hierfür u.a. mit historischen Fotografien aus dem Stadtarchiv und anderen Archiven abgeglichen.
Auch die Zerstörung des Schlosses und sein Wiederaufbau gehören zur Geschichte des Objektes. Rekonstruktionen auch nachgewiesener, älterer und vermeintlich "bauzeitlicher" Zustände wurden daher nicht angestrebt. Die baulichen Zeugnisse der herausragenden Wiederaufbauleistung wurden in gleicher Weise geachtet wie Elemente älterer baulicher Zustände.
Residenzschloss Darmstadt, Glockenbau, Rekonstruktion der Wetterfahne, 2015
Residenzschloss Darmstadt, Glockenbau, Restaurierung der Geländerkonstruktion, 2012-2014
Ringkirche, Wiesbaden,
Restaurierung Balustradengeländer, 2015

Die Ringkirche in Wiesbaden ist vollständig von einem Balustradengeländer umgeben. Die Konstruktion aus Schmiedeeisen und Gusseisen gehört zum bauzeitlichen Bestand der beeindruckenden neoromanischen Kirche (1892-1894). Das Balustradengeländer, durch Korrosion stark beschädigt, wurde vollständig demontiert. Im Zuge der Restaurierung und Rekonstruktion mussten z.B. zahlreiche Gusseisenteile ergänzt werden. Die Maßnahme ist Bestandteil der umfassenden Sanierung des Außenbereiches der Kirche.
Gruft Reuter-Riffel, Hauptfriedhof Mainz,
Restaurierung von Schmiedearbeiten, 2015

Die Gruft "Reuter-Riffel" gehört zu einer Anzahl beeindruckender, historischer Grabanlagen aus dem 19. Jahrhundert auf dem Mainzer Hauptfriedhof. Die Objekte werden seit einigen Jahren sukzessive restauriert und vereinzelt wieder für die Nutzung als Grabstätten bereitgestellt. Die Gruften sind ein herausragendes Beispiel für die Bestattungskultur und die Bedeutung der Totenehrung in dieser Zeit.
Unionskirche Idstein,
Restaurierung der schmiedeeisernen Obergadenfenster, 2014

Die Baugeschichte der Unionskirche Idstein geht bis in die Romanik zurück. Sie ist insbesondere aufgrund ihrer herausragenden barocken Inneneinrichtung ein bedeutendes Kulturdenkmal. Im Zuge der umfassenden Sanierung und Restaurierung der gesamten Kirche wurden hier in Zusammenarbeit mit den Glasrestauratoren die Rahmen der historischen Obergadenfenster restauriert und ergänzt.
Mausoleum Krumm, Offenbach,
Restaurierung von Metallarbeiten, 2010/2011

Das Mausoleum für den Lederwarenfabrikanten Heinrich Krumm wurde um 1919 nach Entwürfen des Architekten und Leiters der Offenbacher Kunstgewerbeschule Hugo Eberhard im Stile des späten Jugendstils errichtet. Im Zuge der Gesamtsanierung wurde die bemerkenswerte Deckenkonstruktion mit Klappmechanismus rekonstruiert und in V2A-Edelstahl erneuert. Das aufwendig gestaltete Bauwerk weist weiterhin zahlreiche Bauteile und Applikationen aus Bronze und Eisen auf. Diese wurden restauriert, konserviert und in ihrer Funktion wiederhergestellt. Das Projekt wurde mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis 2012 ausgezeichnet.
Historischer Hochbehälter Marxheim,
Restaurierung und Rekonstruktion der Eisentür, 2014

Der historische Hochbehälter auf der Pfingstwiese in Marxheim ist ein schönes Beispiel für die Architektur und Formensprache von Funktionsgebäuden im beginnenden 20. Jahrhunderts. Das Objekt wurde in den vergangenen Jahren wie andere Objekte der historischen Wasserversorgung der Stadt Hofheim am Taunus aufwändig restauriert. Die Maßnahmen erhielten einen Denkmalschutzpreis des Landes Hessen (2011).
Denkmal für Georg Büchner, „Grande Disco“ von Arnaldo Pomodoro 1968, Darmstadt,
Bronzerestaurierung, 2010

Das Denkmal wurde im Zuge der Neugestaltung der Georg-Büchner-Anlage versetzt und zeigt sich nun als Mittelpunkt einer Brunnenanlage/Wasserfläche. Die stark verschmutzte und durch Grafitti beschädigte Bronze wurde unter Erhaltung der natürlich gewachsenen Patina gereinigt und anschließend transparent konserviert.
Technische Universität Darmstadt, "Uhrturmgebäude",
Restaurierung eines Tores, 2015

Das detailreich im Jugendstil gestaltete Tor aus Schmiedeeisen gehört zum bauzeitlichen Bestand des im 2. Weltkrieg stark beschädigten Gebäudes. In den Jahren 1901-1904 entstanden, ist das "Uhrturmgebäude" eines der Zeugnisse des Werkes des Architekten, Stadtplaners und Hochschullehrers Friedrich Pützer in Darmstadt.
Erlöserkirche Bad Homburg, Kaiserportal,
Restaurierung der Türen aus Bronze und Kupfer, 2014

Die Erlöserkirche ist ein prominentes Beispiel für die wilhelminische Neoromanik und Zeugnis des Kirchenbauprogramms Kaiser Wilhelms II. Das Portal, gegenüber der kaiserlichen Sommerresidenz, diente dem Kaiser als privater Zugang zur Loge. Die zweiflügelige Konstruktion aus Holz, ziseliertem Kupferblech und massiven Bronzegussteilen musste aufgrund von Korrosionsschäden umfangreich restauriert und konserviert werden.
Villa Wilbrand, Darmstadt,
Restaurierung von Schmiedearbeiten, 2015

Die Fenstergitter der Villa Wilbrand mussten nach fast exakt 100 Jahren Standzeit aufgrund von Korrosionsschäden im Zuge der Gesamtsanierung des Gebäudes restauriert werden. Die Neuanfertigung verschiedener Zierteile/Schmiedeteile nach historischem Vorbild war hierbei notwendig. Eine Herausforderung war das "handling" der nicht zerlegbaren Bauteile mit hohem Stückgewicht.
Grabanlage einer Industriellenfamilie, Wiesbaden Biebrich,
Metallrestaurierungs- und Gestaltungsarbeiten, 2009/2012

Die architektonisch aufwendig gestaltete und in sich geschlossene Grabanlage verfügt neben beeindruckenden bildhauerischen Arbeiten aus Kunststein über schwere schmiedeeiserne Elemente. Neben den ausgeführten Restaurierungsarbeiten an diesen Bauteilen wurde ein notwendiger Handlauf für den Treppenaufgang entworfen und angefertigt. Durch die analoge Formensprache und Beschichtung fügt dieser sich unauffällig in das historische Ensemble ein.
Kriegerdenkmal am Waisenhausplatz, Bad Homburg,
Restaurierung einer Zinkgussplastik, 2011

Das 1875 eingeweihte Denkmal ist ein typisches Beispiel für die zu jener Zeit in Deutschland errichteten Denkmäler für die Gefallenen und Veteranen des Krieges 1870/71. Der preußische Adler mit Krone und Zepter ist neben seiner kunsthistorischen Bedeutung aufgrund seiner Materialität aus Zinkguss auch technikhistorisch interessant. Die Plastik wurde aufwendig restauriert, wobei u.a. die innenliegende Konstruktion in V2A-Edelstahl erneuert und ergänzt wurde.
Wohnhaus, Bad Soden,
Restaurierung von Metallarbeiten, 2011/2012

Die Balkonanlage des bürgerlichen Wohnhauses aus der Mitte des 19. Jahrhunderts gehört zum bauzeitlichen Bestand des denkmalgeschützten Bauwerkes. Im Zuge der Sanierung der Balkonanlage wurde mit aufwendigen Ergänzungen das Geländer aus Gusseisen wiederhergestellt und ein dauerhaftes Konzept zur Abdeckung des Belages und zum Schutz der Natursteinkonstruktion entwickelt. Weiterhin wurden die statisch wirksamen eisernen Konsolen unter der Balkonplatte und deren fragmentarisch erhaltene Verkleidungen aus Zinkblech in Edelstahl rekonstruiert. Die Materialität ist aufgrund der analog zum Stein ausgeführten Fassung nicht erkennbar.
„Die fortwährende Wiederkehr“, Stele von Heinz Mack, 1970, Mathildenhöhe Darmstadt,
Metallrestaurierungsarbeiten, 2012

Das Kunstwerk ist ein typisches Beispiel des mit experimentellen Lichtreliefs bekannt gewordenen Künstlers. Es ist im Spannungsfeld des historischen, künstlerischen Umfeldes der Mathildenhöhe bedeutsam. Infolge der jahrzehntelangen Bewitterung des Objektes zeigten die Aluminiumplatten vor Ausführung der Restaurierungsarbeiten starke Verschmutzungen und Korrosionserscheinungen. Der Effekt der Lichtreflexion, zentrales gestalterisches Merkmal des Objektes, blieb aus. Im Zuge der restauratorischen Bearbeitung des Objektes wurde dieser Effekt mittels Reinigungs- und Politurmaßnahmen wiederhergestellt. Weiterhin wurden mechanische Beschädigungen und defekte Befestigungselemente, soweit unter Erhaltung der originalen Substanz möglich, wiederhergestellt.
Historische Pestalozzi-Schule, Groß-Umstadt,
Restaurierung von Turmuhrzifferblättern, 2011

Nach jahrzehntelangem Stillstand zeigten die Zifferblätter und Zeiger der historischen Turmuhr (Hersteller Ritzert & Söhne um 1880) starke Korrosionsschäden. Die Beschriftung und Ornamentierung aus Blattvergoldung war nur fragmentarisch erhalten.Dies konnte anhand der verbliebenen Reste und baugleicher Referenzen rekonstruiert werden.
Denkmal für Justus v. Liebig, Darmstadt,
Bronzerestaurierung, 2012

Die Bronzebüste zeigte das typische Schadensbild frei bewitterter Denkmale aus Bronze. Neben starker Verschmutzung und Anhaftungen von Grafitti zeigten sich Verfärbungen durch ungleichmäßige Patinierung. Die Beeinträchtigung des ästetischen Gesamteindruckes wurde mittels Reinigung, Retusche und Konservierung beseitigt.
Erlöserkirche, Frankfurt am Main - Oberrad,
Restaurierung der Eingangstüren, 2012

Die drei zweiflügeligen Eingangstüren der Kirche aus der Wiederaufbauzeit nach 1945 wurden in einer für die damalige Zeit typischen „Mischkonstruktion“ aus Kupferblech und Holz gefertigt. Neben den mechanischen Bauteilen aus Industrieproduktion (Bodentürschließer, Bänder, etc.) wurden weiterhin, u.a. für die Erstellung der Zargen, eloxierte Aluminiumteile verwendet. Die Konstruktion und die Materialien bringen aus restauratorischer Sicht zahlreiche Probleme hinsichtlich der Erhaltung von Funktion und Ästetik mit sich. Im Zuge der Arbeiten wurden die Oberflächen der Kupferbleche gereinigt, Grafitti entfernt und eine Konservierung ausgeführt. Die Verkleidungen aus eloxiertem Aluminium wurden gereinigt. Aufgrund der fortgeschrittenen Korrosion an diesen Bauteilen entschied man sich für die Überfassung der Bleche im Farbton nach Befund (Eloxalschicht).
Kirche St. Georg, Bensheim,
Restaurierung der Turmbekrönungen, 2007

Die durch Korrosion und mechanische Belastung stark beschädigte Substanz der Turmbekrönungen aus Schmiedeeisen und Kupfer wurden restauriert und mit einer neuen 24-Karat Blattvergoldung versehen. Vor der Montage wurden die Teile zur Segnung in der Kirche präsentiert.
Gästehaus der TU Darmstadt - "Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus",
Restaurierung der Außenleuchten, 2009

Die Außenleuchten aus Schmiedeeisen und Kupfer zeigten starke Schäden durch Korrosion und mechanische Belastung. Aufwendige Ergänzungsarbeiten waren notwendig. Die natürlich gewachsene Kupferpatina wurde erhalten, stellenweise ergänzt und konserviert. Gemäß Befund wurde auch die bauzeitliche Vergoldung rekonstruiert.
Galvanoplastik, Bronzeplastik (Grabschmuck),
Privatbesitz, Restaurierung und Konservierung, 2008

Die historische Figur (hergestellt um 1900) zeigte das für freibewitterte Kupfergalvanoplastiken typische Schadensbild. Im Zuge der Arbeiten mussten zudem umfangreiche Altreparaturen, insbesondere Beschichtungen, entfernt werden.
Villa Büchner Pfungstadt,
Restaurierung und Rekonstruktion von Gusseisenarbeiten, 2009

Die Villa des Ultramarinfabrikanten Wilhelm Büchner wurde 1864 errichtet.
Das Gebäude mit seiner wertvollen wandfesten Ausstattung ist ein seltenes Beispiel historistischer Baukunst und großbürgerlicher Wohnkultur des 19. Jahrhunderts. Im Zuge der Restaurierungsarbeiten am Gebäude wurden von u.a. fehlende Brüstungskonsolen nach historischem Bestand ergänzt. Bei der Geländeranlage des 4-geschossigen Treppenhauses handelt es sich um eine weitgehende Rekonstruktion/Neuanfertigung. Bauzeitliche Gusseisenteile waren hier leider nicht erhalten. Das Projekt wurde mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis 2012 ausgezeichnet.
Mathildenhöhe Darmstadt,
Dreihäusergruppe, Rekonstruktionsarbeiten, 2008

Die Mauerabdeckung und Laterne aus Kupfer und Eisen zieren den Eingang eines Grundstückes der bekannten, 1904 nach Entwürfen von Joseph Maria Olbrich errichteten „Dreihäusergruppe“. Durch die Zerstörungen im zweiten Weltkrieg sind zahlreiche Architekturelemente leider nur fragmentarisch oder nicht mehr erhalten. Die Mauerabdeckung aus Kupfer wurde anhand historischer Aufnahmen rekonstruiert. Die Laterne wurde als Nachbau des vorhandenen, jedoch zukünftig aus konservatorischen Gründen museal verwahrten, Originals ausgeführt.
Krananlage, Mainufer Frankfurt am Main/ Höchst,
Erstellung eines Technikhistorischen Gutachtens, 2005

Nach dem 2005 erfolgten Abriss des Kohlekraftwerkes der Main-Kraftwerke (heute Süwag Energie AG) ist der historische Hafenkran heute letztes Zeugnis für die fast hundertjährige Geschichte der Stromerzeugung an diesem Standort. Angesichts der Möglichkeit der Erhaltung der Krananlage als Denkmal der Industrie und Technik, wurde im Auftrag des hessischen Landesamtes für Denkmalpflege ein technikhistorisches Gutachten erstellt.
Diakoniezentrum Groß-Bieberau,
Restaurierung und Rekonstruktion von historischen Türbeschlägen, 2006

In dem denkmalgeschützten, bäuerlichen Anwesen aus dem 18. Jahrhundert finden sich Schlösser und Beschläge aus verschiedenen Epochen. Die ältesten Teile sind dem Barock zuzuordnen. In aufwendiger Arbeit wurden diese restauriert, ihre Funktion wieder hergestellt und hierbei zahlreiche Teile und Schlüssel ergänzt. Im Zuge der Restaurierung und Sanierung des Haupthauses wurden zusätzliche Türen eingebaut. Passend zum Gesamtbild des historischen Anwesens wurden hierfür schmiedeeiserne Beschläge in schlichter Gestaltung entworfen und angefertigt.
Gästehaus der TU Darmstadt,
Restaurierung der Außenleuchten, 2006

Die vier Außenleuchten aus Schmiedeeisen und Kupfer zeigten insbesondere am Schmiedeeisen starke Korrosionsschäden. Weiterhin war der Rückbau unsachgemäß ausgeführte „Alt-Reparaturen“ notwendig. Mit der Ergänzung zahlreicher Scheiben aus mundgeblasenem Antikglas wurde der bauzeitliche Zustand weitgehend wieder hergestellt.